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Aktualisiert am: 16.03.2012 |
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Von:Francavilla al Mare (Abruzzen) nach: Blockhaus (Maiella Nationalpark) und zurück...
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Hat es sich doch gelohnt, mein Mountainbike mit in den Urlaub zu nehmen. In dieser Region Italiens gibt es Strand, Meer und Berge satt. Das nahegelegene Apeninengebirge mit den vielen Zweitausender die zum Wandern und Biken einladen, haben es mir angetan. “Parco Nationale della Maiella und Parco Nationale dell`Abruzzo „, und den bekannten Berg “ Gran Sasso d´Italia ”. An der Touristeninformation besorgte ich mir eine Radkarte. “Itinerari Cicloturistici in Abruzzo” Da war sie, Francavilla bis Maiella und zurück. Diese Strecke sollte es sein. 120km mit 2000hm, 60km bergauf und 60km bergab. Morgens um 7 Uhr ging es los. Jetzt im Juli waren es schon 24°C, ich hoffte auf einen nicht zu heißen Tag, und “ je höher man ist desto kühler müsste es sein ” dachte ich... ” und wenn ich nicht mehr kann, geht es halt wieder zurück. Geht dann ja eh fast nur bergab” Die ersten 38km (560hm) bis Pretoro kam ich ganz gut vorwärts, dank einem Rennradfahrer den ich in der Ferne sah und versuchte ihn einzuholen. Vor dem Anstieg legte ich eine kleine Trinkpause ein. Vor mir waren noch 22km und 1440hm. Der Rennradfahrer hielt auch und stellte sich als Luigi aus Pescara vor. Er bemerkte meinen Deutschen Akzent und wir kamen ins Gespräch. “ Wohin fährst du? ”, Fragte ich ihn, und hoffte auf einen Begleiter bis zum Gipfel. Er antwortete “ zurück, nach Pescara, ich habe schon 53km hinter mir, und will noch vor der Mittaghitze wieder zu Hause sein. Es wird ein sehr heißer Tag heute.” Ich sah ihn mir genauer an, und schätzte ihn auf etwa 55 Jahre. Als ich ihm das sagte, lachte er. ” Ich bin schon über 70, und fahre in der Woche ca.200km. “ Buona Salute “dachte ich, in diesem Alter noch so fit. “Aber” sagte er “da wo du hin willst, ist es heute für zu heiß.” Ich ließ mich nicht von meinem Vorhaben abringen, “jetzt will ich erst recht bis da oben hin, dachte ich, ich kann doch nicht bis zum Herbst warten. Dann gibt es dort womöglich Schnee. Luigi gab mir noch ein paar Tipps, wo ich Wasserquellen zur Erfrischung finden würde, gab mir noch ein “Buon viaggio” auf dem Weg, und wir fuhren in entgegengesetzter Richtung weiter. Nach dem Dorf “ Pretoro “ ging es im Schatten der Bäume weiter, es ging steil bergauf. Mein Pulschlag stieg je höher ich kam. Ich beschloss meine Trittfrequenz etwas zu drosseln. Ich versuchte gleichmäßiger in die Pedale zu treten. Immer wieder schaute ich auf den Höhenmesser, 1350hm ! Bald müßte ich da sein... Einige Häuser tauchten am Straßenrand auf. “ Passo Lanciano ”. Ein Skilift und eine kleine Hütte. Im Winter fahren hier alle SKI. Die Wasserquelle fand ich schnell, dank Luigis angaben. Ich erfrischte meine Arme und Beine mit dem kühlen Nass. Die richtige Zeit für eine Pause. Einige Leute, die mit dem Auto da waren, waren in der Hütte und bestellten beim Wirt kühle Getränke. Einige waren auch mit dem Rennrad da. Komisch überholt hatte mich keiner...Aber es gibt noch einen weiteren Weg bis hierhin. Über Roccamorice...Der Rest bis zum Gipfel ist eine Sackgasse. Einen sprach ich an. Er saß im Schatten, kaute an einem Brötchen und spülte es mit Cola runter. Fährst du auch bis zum Gipfel? Er antwortete, “ ich muss mein Knie schonen. Es ist noch nicht ganz in Ordnung, für mich geht es ab hier nur bergab. Bis hier bin ich gekommen, das reicht mir. Na gut. Kein Mitfahrer. Alleine ging es weiter hinauf. Langsam verschwand die Vegetation, mit ihnen der Schatten. Ab hier war ich der Sonne ausgeliefert. Mein Schweiß dampfte auf der Haut. Die Hitze aber machte mir weniger zu schaffen als die Luft. Je höher ich kam desto dünner wurde sie, und desto beschwerlicher wurde mein Atmen. Bei jedem Tritt spürte ich meine Beine weiter ermüden, Ich wurde langsamer. Wenn die Karte stimmt, fehlten mir noch 8km bis zum Gipfel, vor jeder Kehre erwartete ich das Ziel. Es schien mir unendlich. Ich hielt einige Male an. Nicht nachlassen, nicht so kurz vor dem Ziel! Da endlich...Nach einer weiteren Kehre hatte ich es geschafft. Es tat sich ein wunderbares Panorama vor mir auf. Man sah weitere Gipfel in der Ferne des Apeningebirges. “ Endlich da “, jubelte ich. Und meine Blicke genossen diese unbeschreibliche Aussicht.(VIDEO) Majestätisch ragen die Berge empor, tiefe Schluchten runden die imposante Aussicht ab. Man könnte sich vorstellen von einem Gipfel zum anderen zu Wandern, oder zu Biken, aber für mich reichte es bis hier. Ich war am Ziel. Ein paar Leute waren mit den Autos da, einem älteren Ehepaar drückte ich meine Kamera in der Hand..Für ein Erinnerungsfoto. Auf ihre Frage „ Sind sie die ganze Strecke mit dem Rad gefahren?“ antwortete ich stolz „Si“ Ich habe es geschafft. 12 Uhr, ganze 5 Stunden habe ich gebraucht.
Nach zwei Stunden fuhr ich wieder nach „Francavilla al Mare“ zurück. Ich saß im Sattel, und vor mir ging es nur bergab. Manomann, bin ich hier hoch gefahren? Es ging steil runter Die Landschaft schoss nur so an mir vorüber. Die Bremsen gaben ihr bestes um in den Kehren nicht zu schnell zu werden.. Der Fahrtwind war schön frisch, aber je tiefer ich kam, desto wärmer wurde es. Und schließlich bei Pretoro (560hm) war es, als hätte jemand eine Backofentür aufgemacht. Der Fahrtwind wurde heißer und war fast unangenehm. Ein Thermometer an der Tankstelle zeigte 35°C im Schatten an. Der Gedanke einer erfrischenden Dusche und einen Sprung ins blaue Meer beschleunigten meinen Tritt. Bis zum nächsten Aufstieg.... Maiella...
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